Passt nicht so ganz in die chronologische Reihenfolge, ist aber dennoch höchst erwähnenswert.
Durch meinen Umzug Mitte Dezember von Sunnersta (am Ende der Welt) in mein neues Wohnheim in Uppsala (Krabbelabstand zum Stadtzentrum) bin ich von einem Tag auf den anderen irgendwie aus der totalen Einsamkeit und Abgelegenheit mitten ins Leben geraten. Bei der Einweihungsparty im Dezember war mir das zwar noch nicht so bewußt, aber spätestens als Anfang Februar Marco auftauchte, war klar, daß das nächste Semester etwas besonderes werden würde. Ein Italiener, der weder schwedisch noch englisch spricht (Marco), ein Schwede (Linus), eine Finnland-Schwedin (aus dem schwedischsprechenden Teil der finnischen Bevölkerung) (Sofia), eine Schwedin (Karin) und ich (Thomas).
Unsere bisherigen Heldentaten bestanden aus einer tollen Fahrt nach Stockholm und diversen Festen. Naja, das klingt ja nicht gerade aufregend, wenn ich das so schreibe. Aber eigentlich bringt's an dieser Stelle eh wenig, euch im letzten Detail zu erläutern, warum das WG-Leben schön ist. Eventuell kann man sich später in der (noch zu erstellenden) Fotogalerie ein ungefähres Bild der Lage machen, aber vorerst sollten diese Fotos reichen - ich laß es einfach mal bei der Aussage, daß ich hier eine wunderbare Zeit habe.
Das einzige, was ich kurz in diesem Kontext erwähnen könnte, ist der Eurovision Song Contest, bei dem die schwedische Kandidatin Carola mit unter den Favoriten war. Hier in Schweden ist das Schlagerfestival ohnehin ein riesengroßes Event. Daß der Fernsehabend ein Anlass zu ausgelassenen Feierlichkeiten war, versteht sich somit von selbst. Somit durfte auch endlich meine tolle neue Schwedenfahne zu ihrem ersten Einsatz kommen. Und daß am Ende die Finnen gewonnen haben, war nicht weiter schlimm - die Trophähe blieb ja praktisch in gewissem Sinne in der WG.
Schweden-Fakt des Tages: Hier muß man überall eine Nummer ziehen, wenn man irgendwo warten muß - Bank, Fahrkartenschalter, Apotheke, überall. Außer an der Supermarktkasse. Wer sich in einer Schlange nicht an die Reihenfolge hält, wird von Blicken getötet.