Es fühlt sich etwas komisch an, Anfang Juni über Weihnachten zu bloggen, aber so ist das halt, wenn man knapp ein halbes Jahr lang glaubt, nichts zu sagen zu haben. Leider sagt mir das Brainstorming, das ich gerade durchgeführt habe, daß ich sehr wohl etwas zu sagen hatte - aber es mir einfach nicht bewußt war. Komisch, wie viel hier passiert, ohne daß man es richtig merkt. Verzeiht mir das große Schweigen - ab sofort geht's wieder rund hier...
Nachdem ich Weihnachten ganz klassisch im Kreis aller meiner Lieben in der Heimat an der Saar verbracht hatte (und traurigerweise feststellen mußte, daß die einzige verfügbare Gastronomie am 1. Weihnachtstag die örtliche Tankstelle ist), ging's danach gleich weiter über Bad Homburg nach Schottland. Da dieses Blog allerdings nicht von Schottland, sondern von Schweden und dem skandinavischen Raum handeln soll, sei an dieser Stelle nur soviel gesagt:
Glasgow: okay.
Nachts im Winter barfuß wegen falschem Feueralarm 20 Minuten lang vorm Hotel stehen: einmaliges Erlebnis.
Edinburgh: Wahnsinn.
Glenncoe: tolles Gefühl, landschaftlich überbewertet (zumindest im Winter)
Loch Ness: touristisch, aber wunderschön
Pommes in einem Fish & Chips-Imbiss: Bäh.
Das sollte reichen. Weiter im Text.
Zurück in Schweden angekommen, ging auch gleich schon mein dritter Kurs los - Molecular Cell Biology. Abschließend kann ich sagen, daß es der bisher härteste Kurs meines Lebens war und ich sehr froh war, ihn genommen zu haben. Er war zwar bei weitem nicht so unterhaltsam wie Protein Engineering, aber er hat so viel Wissen vermittelt wie kein anderer Kurs bisher. Die fehlende gemütliche Atmosphäre aus dem Protein Engineering-Kurs konnten wir durch das private Veranstalten von Musikabenden und das Bauen von Gel-Aquarien für unseren Eppendorf-Hai durchaus kompensieren.
Ach ja, vielleicht noch was über meinen zweiten Kurs (Datenbanken): Viel Sinnvolles gelernt, komischer Dozent, Klausur bestanden. Mehr gibt's da eigentlich nicht zu sagen. Außer eventuell, daß ich nach einem extrem langen Tag an der Uni (wegen eines Übungsblattes) um 23:30 den Bus heim nach Sunnersta nehmen wollte, dieser jedoch leider erst 30 Minuten später fuhr, so daß ich mich dazu entschloss, schon ein bißchen durch den Wald vorzuspazieren, bis der Bus mich einholt. Das Ende des Lieds war, daß ich nach 15 Minuten vorspazieren merkte, daß der Bus, vor dem ich herspazierte, an dem Tag garnicht fuhr, ich draufhin quer durch den Wald zu einer anderen Buslinie rannte, dann bei einer Haltestelle mitten im Wald ankam, wo ich noch nie zuvor war und auf der Bank der Bushaltestelle ein wunderschönes Bild fand, das ein Kindergartenkind gemalt hatte. Da man unter diesen bizarren Umständen praktisch davon ausgehen muß, daß man von einer höheren Macht zu diesem Bild geführt wurde, hängt es jetzt bei mir an der Wand.