Hallo alle,
es gibt wieder mal einen interessanten Artikel aus der Reihe "Wie man es schafft, in einem Jahr mehr Länder zu besuchen als in den 24 vorherigen". Für die, die diesen Artikel per E-Mail bekommen sollten: Ganz oben in der E-Mail sollte ein Link drinstehen, mit dem Ihr zu dem kompletten Artikel mit Fotos kommt.
Als erstes war ich mit 7 Bekannten in Finnland. Geplant war eine Fahrt mit dem Schiff, freitags nach Helsinki und sonntags zurück, "wie die Schweden das auch machen". Was das heißen sollte, hab ich auch bald rausgefunden: Das Schiff erkunden, warten bis der DutyFree-Shop aufmacht, und gleich mal Bier kaufen, dessen Preis ca. 40% unter Schweden-Niveau liegt (allerdings immer noch nicht billiger als in Deutschland), dann zum All-You-Can-Eat-And-Drink-Buffet (seeehr fein und viel), dann in die Kabine zum lustigen Beisammensein, und später dann ausschwärmen, um die vielfältigen Schiffsangebote zu nutzen (Disco, Karaoke, Live-Band, ...). Dabei findet man schnell heraus, daß wider Erwarten nicht nur Leute im Studentenalter dieses tolle Angebot nutzen - der Altersdurchschnitt lag schätzungsweise nicht weit unter 40, und einige dieser Herr- und Damschaften hatten das große Glück, daß sie am späteren Abend beim Gehen immer genau in die andere Richtung schwankten als das Schiff. Andere hatten dieses Glück nicht.
Am nächsten Morgen kamen wir in Finnland an und begannen gleich mal unsere Kurzreise durch Helsinki. Vielen Dank an dieser Stelle an unsere kompetente Spontanreiseführerin Anna Riitta Pauliina Nurmilintu The Finnish Girl Lajunen, die zu allen wichtigen Plätzen was zu sagen hatte, wie z. B. "Well, you know, this is this house, and sometimes there are people inside".
Weiterhin erfuhren wir, daß die Finnen die Russen nicht leiden können und daher Mannerheim, der gegen die Russen ins Feld gezogen ist, als Volksheld verehren. Das Kiasma Museum of Modern Art ist absolut einen Besuch wert. Meine ersten Versuche, in dem Restaurant finnisch zu reden, waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Nachdem ich in akzentfreiem Finnisch (ohne finnischen Akzent) eine Pizza und zwei Cola bestellt hab, war ich natürlich auf die Gegenfrage "große oder kleine Cola" nicht vorbereitet. Beim nächsten Mal war ich schlauer - ich sagte gleich dazu, daß ich einen großen Cider will. Aber auch hier kam natürlich prompt die Frage, ob ich ihn mit Eis oder ohne Eis haben will. Wieder nix.
Das nächste Wochenende brachte mich nach Kiruna, Lappland, Nordschweden, wo sich Finnen und Schweden gute Nacht sagen. Traumhafte Landschaften, ein überaus interessantes Eisenbergwerk, Nordlichter, Schneeballschlacht mit Schneebällen mit 50-70 cm Durchmesser (fand man beim Spazierengehen in jedem Schneehaufen), selbstgebackene Kanelbullar (Zimtschnecken) und das erste Mal in meinem Leben Langlauf... absolut eine Reise wert. Die Fotos sollten für sich sprechen, und die werde ich alle nach der Reise in einer schönen Galerie veröffentlichen. Bemerkenswert war, daß alle Touristen, die wir in unserem Hostel getroffen haben, Austauschstudenten waren, die meisten davon waren Deutsche. Das legendäre Eishotel war leider noch nicht fertiggebaut, weil die Saison erst im Dezember anfing und wir Ende November da waren. Schade.
Als nächstes ging's nach England, Verena besuchen, und einen kurzen Abstecher nach Cambridge machen. Sehr schöne Stadt mit sehr tollen alten Gebäuden, Restaurants und Weggehmöglichkeiten, erst recht wenn 2 Tage vorher die Sperrstunde weggefallen ist.
Dann war Estland an der Reihe. Mit einer von der GH-Nation organisierten Fahrt ging's von Stockholm aus mit der Partyfähre nach Tallinn (Hauptstadt von Estland), von dort aus nach Tartu (Uni-Stadt und intellektuelles Zentrum), dann wieder nach Tallinn und zurück nach Stockholm. Bleibende Eindrücke sind, daß Estland extrem weit entwickelt ist, es wunderschöne Stadtkerne gibt, die bizarrerweise sowohl von modernen Bürogebäuden als auch von extremst heruntergekommen Plattenbauten aus der Sowjet-Zeit umgeben sind, die immer noch bewohnt sind. Außerdem sind Tallinn und Tartu unglaublich verschieden, obwohl sie die beiden größten Städte im Land sind. In Tallinn ist ein großer Teil der Bevölkerung russisch, was scheinbar des öfteren zu Spannungen führt, wobei man Tartu fast nirgends arbeiten kann, wenn man kein Estnisch spricht. Das Essen ist trotz der konstanten Weiterentwicklung des Landes immer noch extremst billig.
Kleiner Kommentar zu den Schiffahrten: Man lese sich die folgenden Regeln durch...
Schweden-Fakt des Tages: Es ist hier sehr populär, Poker zu spielen, auch über's Internet, und zahlreiche Fernsehsendungen sind von Online-Spielkasinos gesponsort.
Demnächst mehr von fernen Ländern und unbekannten Kulturen.