Wednesday, June 7. 2006
Klimatische Phänomene und was man ... Posted by Thomas Schreiner
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02:33
Comments (0) Trackbacks (0) Klimatische Phänomene und was man damit anstellt
Der Winter fing irgendwann im Dezember an. Extreme Temperaturen, manchmal unter -20°C. Ideales Wetter zum Eislaufen in Fjällnora, einem Wintersportgebiet bei Uppsala. Desweiteren ideales Wetter zum Grillen. Zumindest laut Kerstin, einer Jurastudentin aus Heidelberg. Na dann mal los. Nach einer halben Stunde und ca. anderthalb Litern Brennspiritus ist der Grill soweit schnee- und eisfrei - es kann losgehen. Nach einer weiteren halben Stunde haben die ersten ihr auf Verzehrtemparatur aufgewärmtes Grillgut verspeist und ziehen sich mit vollem Magen und Erfrierungen zweiten Grades in die heimatliche Stube zurück. Was lernen wir daraus? "Toll, da brauchen wir ja garkeinen Kühlschrank für die Getränke!"
Zurück zu Fjällnora. Auf dem See ist eine wunderschöne, dicke Eisschicht. Die geliehenen Schlittschuhe sind toll, das Beschleunigen geht total einfach. Bremsen eigentlich auch - entweder 1.) einfach aufhören zu beschleunigen und ein bißchen warten, oder 2.) wenn's schnell gehen muß, sich einfach fallenlassen. Klappt todsicher und ist manchmal sogar lustig. Nicht so ganz lustig war, daß es plötzlich aus allen Himmeln zu schneien anfing und nicht mehr aufhören wollte - insbesondere angesichts der Tatsache, daß wir auf den Bus angewiesen waren, um zurückzukommen, waren wir doch 20 km weit weg von Uppsala. Mit jedem weiteren Zentimeter Schneefall machen sich Panik und Endzeitstimmung breit. Trotz einer Schneeschicht von 20-30 cm kommt nach einer halben Stunde der Bus. Wahnsinn. Die Schweden haben einfach Erfahrung. Wir schreiben Februar. Marco beschwert sich erstmals bitterlich über die skandinavische Kälte und schwärmt von Italien. Linus vertröstet ihn auf Anfang März. Es ist mittlerweile Anfang März. Es schneit immer noch. Marco beschwert sich immer noch bitterlich. Linus vertröstet ihn noch zwei Wochen - es ist halt in diesem Jahr scheinbar ein besonders langer Winter. Nun gut. Marco fährt als Antwort darauf erstmal drei Wochen heim nach Italien, angeblich um irgendeine Klausur zu schreiben. Bei seiner Rückkehr Ende März liegt noch genausoviel Schnee wie eh und je. Marco wird unruhig. Er droht mit seiner Abreise, falls das so weitergeht. Seine Klausur in Italien war sicher nur eine Ausrede. In der ersten Aprilwoche kommen so langsam die ersten Sonnenstrahlen raus. Man sieht Marco nicht so richtig an, ob er Linus glaubt, daß der Schnee bald schmelzen wird, oder ob er es für einen Trick hält, mehr Zeit rauszuschlagen. Denn der Schnee bleibt weiterhin liegen. Allerdings ist der Himmel wolkenlos, somit scheint ab sofort die Sonne auf den Schnee, und nach einiger Zeit schimmert mancherorts schon der Bürgersteig durch's Eis - es wird Frühling. Mittlerweile schreiben wir den 7. Juni. Der letzte Schnee ist lange verschwunden. Bemerkenswert ist vor allem der krasse Unterschied in der Tageslänge - die Sonne geht gegen 22:00 unter und um 03:40 wieder auf. Es wird praktisch nicht mehr dunkel, wie man auf dem nebenstehenden Bild bewundern kann (um 0:52 nachts von meinem Fenster aus aufgenommen). Und so sieht es praktisch ausnahmslos jede Nacht aus. Ein Traum. Man will garnicht schlafengehen. Ganz ehrlich. Wahrscheinlich sitze ich deswegen noch zu so später Stunde hier und blogge. Und unten sieht man einen typischen Sonnenaufgang. Wenn man sich den noch ca. 500 mal schöner vorstellt als auf dem Foto, mit richtig leuchtenden Farben und Sonnenstrahlen überall, dann sollte man ungefähr eine Vorstellung von dem Himmel hier haben. Hach, was für ein Leben. Wednesday, June 7. 2006
Die tollste WG meines Lebens / das ... Posted by Thomas Schreiner
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00:00
Comments (0) Trackbacks (0) Die tollste WG meines Lebens / das Schlagerfestival
Passt nicht so ganz in die chronologische Reihenfolge, ist aber dennoch höchst erwähnenswert.
Durch meinen Umzug Mitte Dezember von Sunnersta (am Ende der Welt) in mein neues Wohnheim in Uppsala (Krabbelabstand zum Stadtzentrum) bin ich von einem Tag auf den anderen irgendwie aus der totalen Einsamkeit und Abgelegenheit mitten ins Leben geraten. Bei der Einweihungsparty im Dezember war mir das zwar noch nicht so bewußt, aber spätestens als Anfang Februar Marco auftauchte, war klar, daß das nächste Semester etwas besonderes werden würde. Ein Italiener, der weder schwedisch noch englisch spricht (Marco), ein Schwede (Linus), eine Finnland-Schwedin (aus dem schwedischsprechenden Teil der finnischen Bevölkerung) (Sofia), eine Schwedin (Karin) und ich (Thomas). Unsere bisherigen Heldentaten bestanden aus einer tollen Fahrt nach Stockholm und diversen Festen. Naja, das klingt ja nicht gerade aufregend, wenn ich das so schreibe. Aber eigentlich bringt's an dieser Stelle eh wenig, euch im letzten Detail zu erläutern, warum das WG-Leben schön ist. Eventuell kann man sich später in der (noch zu erstellenden) Fotogalerie ein ungefähres Bild der Lage machen, aber vorerst sollten diese Fotos reichen - ich laß es einfach mal bei der Aussage, daß ich hier eine wunderbare Zeit habe. Das einzige, was ich kurz in diesem Kontext erwähnen könnte, ist der Eurovision Song Contest, bei dem die schwedische Kandidatin Carola mit unter den Favoriten war. Hier in Schweden ist das Schlagerfestival ohnehin ein riesengroßes Event. Daß der Fernsehabend ein Anlass zu ausgelassenen Feierlichkeiten war, versteht sich somit von selbst. Somit durfte auch endlich meine tolle neue Schwedenfahne zu ihrem ersten Einsatz kommen. Und daß am Ende die Finnen gewonnen haben, war nicht weiter schlimm - die Trophähe blieb ja praktisch in gewissem Sinne in der WG. Schweden-Fakt des Tages: Hier muß man überall eine Nummer ziehen, wenn man irgendwo warten muß - Bank, Fahrkartenschalter, Apotheke, überall. Außer an der Supermarktkasse. Wer sich in einer Schlange nicht an die Reihenfolge hält, wird von Blicken getötet. Tuesday, June 6. 2006
Weihnachten, Schottland und seltsame ... Posted by Thomas Schreiner
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22:03
Comments (0) Trackbacks (0) Weihnachten, Schottland und seltsame Geschichten
Es fühlt sich etwas komisch an, Anfang Juni über Weihnachten zu bloggen, aber so ist das halt, wenn man knapp ein halbes Jahr lang glaubt, nichts zu sagen zu haben. Leider sagt mir das Brainstorming, das ich gerade durchgeführt habe, daß ich sehr wohl etwas zu sagen hatte - aber es mir einfach nicht bewußt war. Komisch, wie viel hier passiert, ohne daß man es richtig merkt. Verzeiht mir das große Schweigen - ab sofort geht's wieder rund hier...
Nachdem ich Weihnachten ganz klassisch im Kreis aller meiner Lieben in der Heimat an der Saar verbracht hatte (und traurigerweise feststellen mußte, daß die einzige verfügbare Gastronomie am 1. Weihnachtstag die örtliche Tankstelle ist), ging's danach gleich weiter über Bad Homburg nach Schottland. Da dieses Blog allerdings nicht von Schottland, sondern von Schweden und dem skandinavischen Raum handeln soll, sei an dieser Stelle nur soviel gesagt: Glasgow: okay. Nachts im Winter barfuß wegen falschem Feueralarm 20 Minuten lang vorm Hotel stehen: einmaliges Erlebnis. Edinburgh: Wahnsinn. Glenncoe: tolles Gefühl, landschaftlich überbewertet (zumindest im Winter) Loch Ness: touristisch, aber wunderschön Pommes in einem Fish & Chips-Imbiss: Bäh. Das sollte reichen. Weiter im Text. Zurück in Schweden angekommen, ging auch gleich schon mein dritter Kurs los - Molecular Cell Biology. Abschließend kann ich sagen, daß es der bisher härteste Kurs meines Lebens war und ich sehr froh war, ihn genommen zu haben. Er war zwar bei weitem nicht so unterhaltsam wie Protein Engineering, aber er hat so viel Wissen vermittelt wie kein anderer Kurs bisher. Die fehlende gemütliche Atmosphäre aus dem Protein Engineering-Kurs konnten wir durch das private Veranstalten von Musikabenden und das Bauen von Gel-Aquarien für unseren Eppendorf-Hai durchaus kompensieren. Ach ja, vielleicht noch was über meinen zweiten Kurs (Datenbanken): Viel Sinnvolles gelernt, komischer Dozent, Klausur bestanden. Mehr gibt's da eigentlich nicht zu sagen. Außer eventuell, daß ich nach einem extrem langen Tag an der Uni (wegen eines Übungsblattes) um 23:30 den Bus heim nach Sunnersta nehmen wollte, dieser jedoch leider erst 30 Minuten später fuhr, so daß ich mich dazu entschloss, schon ein bißchen durch den Wald vorzuspazieren, bis der Bus mich einholt. Das Ende des Lieds war, daß ich nach 15 Minuten vorspazieren merkte, daß der Bus, vor dem ich herspazierte, an dem Tag garnicht fuhr, ich draufhin quer durch den Wald zu einer anderen Buslinie rannte, dann bei einer Haltestelle mitten im Wald ankam, wo ich noch nie zuvor war und auf der Bank der Bushaltestelle ein wunderschönes Bild fand, das ein Kindergartenkind gemalt hatte. Da man unter diesen bizarren Umständen praktisch davon ausgehen muß, daß man von einer höheren Macht zu diesem Bild geführt wurde, hängt es jetzt bei mir an der Wand. Sunday, January 29. 2006Lucia-Gasque
Hej,
weil es hier im Winter morgens ganz spät hell wird und manchmal schon um 15 Uhr wieder stockduster ist, haben sich die Schweden etwas tolles einfallen lassen, um ein bißchen Licht in die Sache zu bringen: Lucia, das Lichterfest. Am 10. Dezember zieht ein Luciatåg, ein Lucia-Zug, durch die Stadt, vorneweg eine blonde Lucia mit einem langen, weißen Gewand und Kerzenkrone, dahinter eine Gefolgschaft in weißen Gewändern mit Kerzen in der Hand, und alle singen Lucialieder. Zu diesem Anlaß finden in praktisch allen Nationen Lucia-Gasques statt, also formelle Abendessen mit traditionellen Liedern, Getränken, Programm und seeehr feinem Essen. Zwischen den Gängen wird immer gesungen, meistens alte schwedische Lieder aus dem Nations-Liederbuch, und getrunken. In meiner Nation (Upplands Nation) trat das Nationsorchester "Blecket" auf, und der Nationschor führte einen kleinen Luciatåg auf und sang Lucialieder. Anschließend ging's zum Släpp, das ist, wie schon früher erwähnt, das Fest nach einem Gasque. So arg besonders war der allerdings nicht, zumindest nicht so neu und spektakulär und interessant wie der Gasque. Alles in allem wieder mal was neues, und von diesem Gasque-Feiern bin ich schon arg begeistert. Vor allem das Essen war sooooooooo fein... Schweden-Fakt des Tages: Hier benutzt man kein pures Spülmittel zum Spülen, sondern füllt 1/5 Spülmittel und 4/5 Wasser in ne Pflanzensprühflasche, dann hält das Spülmittel viel länger. Sunday, January 15. 2006Reisen, reisen, reisen
Hallo alle,
es gibt wieder mal einen interessanten Artikel aus der Reihe "Wie man es schafft, in einem Jahr mehr Länder zu besuchen als in den 24 vorherigen". Für die, die diesen Artikel per E-Mail bekommen sollten: Ganz oben in der E-Mail sollte ein Link drinstehen, mit dem Ihr zu dem kompletten Artikel mit Fotos kommt. Als erstes war ich mit 7 Bekannten in Finnland. Geplant war eine Fahrt mit dem Schiff, freitags nach Helsinki und sonntags zurück, "wie die Schweden das auch machen". Was das heißen sollte, hab ich auch bald rausgefunden: Das Schiff erkunden, warten bis der DutyFree-Shop aufmacht, und gleich mal Bier kaufen, dessen Preis ca. 40% unter Schweden-Niveau liegt (allerdings immer noch nicht billiger als in Deutschland), dann zum All-You-Can-Eat-And-Drink-Buffet (seeehr fein und viel), dann in die Kabine zum lustigen Beisammensein, und später dann ausschwärmen, um die vielfältigen Schiffsangebote zu nutzen (Disco, Karaoke, Live-Band, ...). Dabei findet man schnell heraus, daß wider Erwarten nicht nur Leute im Studentenalter dieses tolle Angebot nutzen - der Altersdurchschnitt lag schätzungsweise nicht weit unter 40, und einige dieser Herr- und Damschaften hatten das große Glück, daß sie am späteren Abend beim Gehen immer genau in die andere Richtung schwankten als das Schiff. Andere hatten dieses Glück nicht. Am nächsten Morgen kamen wir in Finnland an und begannen gleich mal unsere Kurzreise durch Helsinki. Vielen Dank an dieser Stelle an unsere kompetente Spontanreiseführerin Anna Riitta Pauliina Nurmilintu The Finnish Girl Lajunen, die zu allen wichtigen Plätzen was zu sagen hatte, wie z. B. "Well, you know, this is this house, and sometimes there are people inside". Weiterhin erfuhren wir, daß die Finnen die Russen nicht leiden können und daher Mannerheim, der gegen die Russen ins Feld gezogen ist, als Volksheld verehren. Das Kiasma Museum of Modern Art ist absolut einen Besuch wert. Meine ersten Versuche, in dem Restaurant finnisch zu reden, waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Nachdem ich in akzentfreiem Finnisch (ohne finnischen Akzent) eine Pizza und zwei Cola bestellt hab, war ich natürlich auf die Gegenfrage "große oder kleine Cola" nicht vorbereitet. Beim nächsten Mal war ich schlauer - ich sagte gleich dazu, daß ich einen großen Cider will. Aber auch hier kam natürlich prompt die Frage, ob ich ihn mit Eis oder ohne Eis haben will. Wieder nix. Das nächste Wochenende brachte mich nach Kiruna, Lappland, Nordschweden, wo sich Finnen und Schweden gute Nacht sagen. Traumhafte Landschaften, ein überaus interessantes Eisenbergwerk, Nordlichter, Schneeballschlacht mit Schneebällen mit 50-70 cm Durchmesser (fand man beim Spazierengehen in jedem Schneehaufen), selbstgebackene Kanelbullar (Zimtschnecken) und das erste Mal in meinem Leben Langlauf... absolut eine Reise wert. Die Fotos sollten für sich sprechen, und die werde ich alle nach der Reise in einer schönen Galerie veröffentlichen. Bemerkenswert war, daß alle Touristen, die wir in unserem Hostel getroffen haben, Austauschstudenten waren, die meisten davon waren Deutsche. Das legendäre Eishotel war leider noch nicht fertiggebaut, weil die Saison erst im Dezember anfing und wir Ende November da waren. Schade. Als nächstes ging's nach England, Verena besuchen, und einen kurzen Abstecher nach Cambridge machen. Sehr schöne Stadt mit sehr tollen alten Gebäuden, Restaurants und Weggehmöglichkeiten, erst recht wenn 2 Tage vorher die Sperrstunde weggefallen ist. Dann war Estland an der Reihe. Mit einer von der GH-Nation organisierten Fahrt ging's von Stockholm aus mit der Partyfähre nach Tallinn (Hauptstadt von Estland), von dort aus nach Tartu (Uni-Stadt und intellektuelles Zentrum), dann wieder nach Tallinn und zurück nach Stockholm. Bleibende Eindrücke sind, daß Estland extrem weit entwickelt ist, es wunderschöne Stadtkerne gibt, die bizarrerweise sowohl von modernen Bürogebäuden als auch von extremst heruntergekommen Plattenbauten aus der Sowjet-Zeit umgeben sind, die immer noch bewohnt sind. Außerdem sind Tallinn und Tartu unglaublich verschieden, obwohl sie die beiden größten Städte im Land sind. In Tallinn ist ein großer Teil der Bevölkerung russisch, was scheinbar des öfteren zu Spannungen führt, wobei man Tartu fast nirgends arbeiten kann, wenn man kein Estnisch spricht. Das Essen ist trotz der konstanten Weiterentwicklung des Landes immer noch extremst billig. Kleiner Kommentar zu den Schiffahrten: Man lese sich die folgenden Regeln durch... Schweden-Fakt des Tages: Es ist hier sehr populär, Poker zu spielen, auch über's Internet, und zahlreiche Fernsehsendungen sind von Online-Spielkasinos gesponsort. Demnächst mehr von fernen Ländern und unbekannten Kulturen. Sunday, November 13. 2005Ganz viel passiert!
Hej alla,
es wieder mal viel passiert seit dem letzten Mal. Leider bin ich nicht so gut mit Aufschreiben hinterhergekommen wie ich es eigentlich wollte - dafür gibts jetzt aber um so mehr zu lesen. Verena hat mich besucht - Natürlich haben wir gleich mal einiges unternommen. Touristische Aktivitäten, die Domkirche ansehen, nach Gamla Uppsala spazieren, ... leider hatte ich meine Abschlußprüfung für den theoretischen Teil meines Protein Engineering-Kurses, so daß wir leider nicht so viel zusammen unternehmen konnten wie wir eigentlich wollten. Eins haben wir uns jedoch nicht entgehen lassen: Hier gibts öfters im Jahr große Festessen, sogenannte Gasques. Da darf man nur mit Anzug bzw. Abendgarderobe hin, und leider hatte ich keine Karten mehr für uns beide bekommen, also sind wir nach dem Essen zu dem Fest gegangen - dafür brauchte man keine Karte mehr. Schick anziehen mußte trotzdem sein, war ein guter Anlass mal den neuen Anzug auszuprobieren :) Den geb ich nicht mehr her. Außerdem hat der Schlips genau meine Krawattenlieblingsfarbe. Dann war meine liebe leider schon wieder weg - viel zu kurz, vor allem dafür, daß wir uns eh fast nie sehen... Schade. Hab letzte Woche allerdings nen Flug gebucht und werde in 2 Wochen nach England fliegen. Juchhuuuu :) Das nächste bedeutende Event war die Geburtstagsparty von Lisa aus meinem Kurs. Bedeutend in dem Sinne, daß ich eigentlich mit gemischten Gefühlen hingegangen bin, weil ich wußte, daß quasi nur Schweden dasein werden, und ich Angst hatte, bei ihren Unterhaltungen nicht mitzukommen und nach ner Stunde gelangweilt abhauen muß. Es endete damit, daß ich um halb 6 mit den letzten Gästen ging, nach einer Nacht, die einfach genial war. Wir haben praktisch nur schwedisch gesprochen, haben schöne Musik gehört die ich nicht kannte, ich hab lange mit einem Freund von Lisa gesprochen bis wir gemerkt haben, daß wir in Tübingen vor 2 Jahren den gleichen Kurs zusammen gemacht haben (!!), mit einem anderen war ich scheinbar schonmal zusammen in Tübingen auf dem Mittsommerfest der Skandinavisten, konnte mich aber nicht erinnern, dann haben wir auf einer alten Gitarre gespielt und gesungen... war alles in allem ein sehr schöner Abend. Dann waren wir mit unserem Protein Engineering-Kurs in Stockholm. Dort haben wir sowohl eine Biotech-Firma besichtigt als auch die Oper besucht. Mir hat der Tag unglaublich viel gebracht. Erstens weiß ich jetzt, daß die Arbeit im Biotech-Umfeld höchstwahrscheinlich nicht meine Lieblingsarbeit sein wird - zumindest nicht in so einer Laborumgebung. Zweitens hab ich gemerkt, daß man in der Oper eine unglaublich schöne und lustige Zeit haben kann. Wir haben Figaros Hochzeit gesehen (Figaros Bröllop), und von den schwedischen Übertiteln konnte man sehr sehr viel verstehen. Die Handlung zu 80%, die Wörter zu 50%. Es wird immer besser. Anschließend waren wir mangels Lust zu schlafen und heimzuradeln (mal wieder) noch in Uppsala Billiard spielen. Da das keine Nation war, hat man schon einen krassen Unterschied bezüglich der Getränkepreise gemerkt - ein Päroncider kostete ca. 6 Euro, in der Nation ca. 3. Gut daß ich nicht wirklich durstig war - hier kann man scheinbar echt arm werden wenn man kein Student ist und somit auch keinen Zutritt zu den Nations hat (was übrigens sehr streng kontrolliert wird). Die Ergebnisse unseres Protein Engineering-Kurses sind mittlerweile auch klar - zumindest die wissenschaftlichen. Unsere Gruppe hat es, wie alle anderen Gruppen, nicht geschafft, das Protein zu kristallisieren, lediglich bei einer Gruppe sind die Ergebnisse noch unklar. Dennoch erhielten wir wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über das Protein und sein Verhalten, wir hatten eine gute Zeit und haben außerdem wunderschöne Kristalle bekommen - wenn auch nur aus Salz und nicht aus Protein. Dann kam Verena Ende Oktober zum zweiten Mal. Glücklicherweise hatten wir dieses Mal ein bißchen mehr Zeit füreinander, wir konnten ein ganzes Wochenende zum Rumfahren nutzen, was wir auch ausgiebigst getan haben. Samstags waren wir in Stockholm, erst bummeln, dann in der Altstadt (Gamla Stan), dann wieder bummeln, dann was essen, dann wieder bummeln, dann im Modernen Museum. Letzteres ist sehr empfehlenswert - und wie die meisten anderen Museen in Stockholm kostenlos. Eine Sache würde ich gerne noch einschieben, bevor ich's zum hundersten Mal vergesse: Mir kommt Schweden sehr amerikanisiert vor. Erstens die große Essenshalle in Stockholm (Kungshallen), wo man wie in den großen amerikanischen Essenshallen am Rand kleine Fast Food Restaurants hat, sich eins aussucht und dann im Mittelbereich an den Tischen ißt. Zweitens das Fernsehen - abends gibt es total oft amerikanische Talkshows, Entertainer, Krimis, Serien. Nichts wird hier synchronisiert, bei allen englischen Filmen gibts schwedische Untertitel - außer bei Kindersendungen, die werden synchronisiert weil die Kinder ja natürlich nicht so schnell lesen können - wenn überhaupt. Desweiteren muß ich sagen, daß ich in den ersten 2 Monaten bisher so viel ferngesehen habe wie in Deutschland in den letzten 2 Jahren nicht. Das liegt zum einen daran, daß ich in Deutschland sowieso fast nie was gekuckt habe, und zum anderen habe ich gemerkt, daß es unglaublich viel für's Sprachverständnis bringt, wenn man sich ein bißchen mit der Sprache beschäftigt und Sendungen kuckt - oder auch nur im Hintergrund hört während man was arbeitet. (Simpsons und Family Guy mit schwedischen Untertiteln ist einfach nur lustig :D) Außerdem will ich schon seit Monaten loswerden, daß es im Zug keine Papierkörbe gibt, sondern ein Packen Plastiktüten neben dem Sitz hängt, und wenn die oberste voll ist, wird sie vom Reinigungspersonal abgerissen. Ich weiß nicht wirklich warum ich das loswerden wollte - aber es ging mir die ganze Zeit durch den Kopf. Mein Fahrrad hab ich mittlerweile schon zum zweiten Mal geflickt - ich werd hier noch zum richtigen Fahrradfachmann. Dinge die ich jetzt kann: - platte Reifen reparieren - Drähte von kaputten Schaltungen und Bremsen austauschen - kaputte Speichen durch ganze ersetzen - Lenkerhöhe verstellen Mann bin ich stolz. Ich glaub wenn's mit der Informatik nicht klappt werd ich Fahrradmechaniker. Weiter im Text. Hab ganz vergessen von unserem tollen Wochenende weiterzuerzählen - Sonntags waren wir in Norrtälje, an der Küste, nördlich von Stockholm. Da es Sonntag war, war sehr wenig los - wir hatten dennoch eine richtig schöne Zeit, haben uns den Hafen und die kleinen Geschäfte in der Fußgängerzone angesehen, sind auf einen Hügel gelaufen von wo aus man eine tolle Aussicht hatte. Wir sind dann in der Hütte auf dem Foto eingekehrt und haben's uns zum Fika gemütlich gemacht, haben dann noch ne Stunde am Fluß verbracht und Enten und Fische angekuckt (ja, hier gibts Fische!), ein paar wunderschöne Fotos gemacht und sind dann wieder mit dem Bus nach Uppsala gefahren. Bisher war es glücklicherweise erst an einem einzigen Tag schw**nekalt. Aber der war extrem - ich bin morgens zur Uni geradelt, und mein Atem ist mir auf der Brille gefroren und ich hab nix mehr gesehen. Leider hatte ich meine neu gekauften Handschuhe und Mütze zuhause vergessen, so daß ich die ganze Fahrt über nicht so wirklich wußte, ob ich ankommen werde oder ob mich in 3.000 Jahren irgendwelche Forscher ausgraben werden und sich über ihren Upsi freuen. Ganz so schlimm war's dann aber doch nicht, ich hab's überlebt und hab meine Lektion gelernt. Laut den Schweden ist dieser Herbst einer der mildesten und keiner kann sich erklären wieso es noch so warm ist. Im Dezember / Januar wird's üblicherweise -20°C, und dann ist Schluß mit lustig. Außerdem wird's mittlerweile schon um 4 Uhr dunkel, ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Vielleicht sollte ich doch von den Auswanderungsplänen Abstand nehmen. Ein anderer Plan, der momentan in mir entsteht, betrifft die Zeit nach Schweden, wenn die Uni in Tübingen noch nicht wieder begonnen hat. Verenas Kollegin ist unglaublich engagiert in einem Hilfsprojekt für die 3. Welt und baut bzw. renoviert zur Zeit mit einigen Leuten eine Schule in Swaziland / Südafrika. Im August nächsten Jahres fliegt sie wieder für 6 Wochen hin und hat noch ein paar Plätze frei - eine interessante und schöne Aufgabe wie ich finde, ich könnte mir durchaus vorstellen daß ich dieses Projekt unterstützen werde. Muss ich mir mal noch genauer durch den Kopf gehen lassen. Einer meiner schönsten Spaziergänge bisher führte mich, zusammen mit Peter, Swantje und Steffi, durch den Vårdsätra Skog = Vårdsätra-Wald an den Mälaren-See und dann durch Sunnersta wieder zurück. Leider kann man die Eindrücke nicht mit Worten beschreiben, daher lasse ich einfach mal die Fotogalerie für sich sprechen. Anmerken sollte man vielleicht, daß man hier sehr naturverbunden ist. Für jedes Ministückchen Wald gibt es eine Informationsbroschüre und kleine Tafeln zum lesen überall, und es gilt das Allemansrätten - man darf in der freien Natur tun und lassen was man will, so lange man nix kaputtmacht. Die Nationalsportart ist Eishockey - man sieht hier öfters mal kleine Jungen mit nem Schläger, die gerade vom Training kommen. In Uppsala gibts einen Platz neben dem Leichtathletikstation, der schon Ende September für die Saison fertiggemacht wurde. Sieht sehr ungewohnt aus, so ein großes Eishockeyfeld mitten in der Stadt... Noch etwas kulinarisches: Bei offiziellen Abendessen, Dinners, Gasques und so weiter wird hier immer gesungen - meist schwedische traditionelle Lieder, und es gibt oft traditionelles schwedisches Essen, Fleischklößchen, Elch, Kartoffeln. Wenn man gerne was leckeres essen würde, aber gerade kein Dinner ansteht, kann man in eine Nation gehen (gut und recht günstig, aber halt nur für Studenten und meistens keine extrem große Auswahl), zu ner Pizzeria oder nem Döner (beides ist absolut nicht zu vergleichen mit Deutschland, ich vermiss deutsche Pizza), man geht in die Mensa (eher Cafeteria, auch nicht mit Deutschland zu vergleichen da doppelt so teuer) oder - was ganz exotisches - Sushi essen gehen. Letzteres haben wir kürzlich ausprobiert, die Mittagspreise sind sogar echt gut (ca. 9 E für 13 Stück) und es ist extrem lecker und macht viel satter als man meint. Nachtrag - Scrabble mit schwedischen Buchstaben und englischen Wörtern ist nicht empfehlenswert. Irgendwie scheint die Häufigkeitsverteilung der Konsonanten in beiden Sprachen etwas unterschiedlich zu sein. Aber lustig ist es allemal. Jetzt aber nix wie ab ins Bett, vorgestern hatte ich schon ne schlaflose Nacht weil ich alle Schwedenfotos auf den Rechner gemacht und einsortiert habe, und morgen geht's erstmal ab nach Finnland für ein Wochenende - in der Nacht von Fr auf Sa hin, dann Samstags Helsinki ankucken und in der Nacht von Sa auf So wieder zurück. Für die Schweden sind diese Bootsfahrten wohl die einzige Möglichkeit, steuerfrei an Alkohol zu kommen - also für deren Verhältnisse extrem billig (ca. unser Preis). Bin mal gespannt wie es wird, wir fahren mit 7 Leuten, gibt also sicher einiges zu berichten wenn ich wieder hier bin. Aber jetzt erstmal ab ins Bett. Saturday, November 5. 2005Mail an die Daheimgebliebenen
Hallo alle,
ich hab heute mein Schweden-Tagebuch auf eine neue Version umgestellt. In dem tollen neuen Blog, nach wie vor zu finden auf http://www.tschreiner.org/schweden/ , gibt es eine Funktion, die automatisch bei jedem neuen Eintrag eine E-Mail versenden kann. Das hab ich auch gleich mal eingerichtet, damit ihr nicht ständig auf der Seite vorbeischauen müsst, nur um zu sehen daß es wieder mal nix neues gibt... Ich habe alle Adressen der Daheimgebliebenen eingetragen, ich hoffe das klappt wie beabsichtigt und ich kann euch auf diesem Wege weiterhin mit News versorgen. Diese E-Mails sind allerdings noch kein vollwertiger Ersatz zu den eigentlichen Einträgen auf der Seite, da ich dort auch einige Fotos draufstellen werde - und ich glaub die werden nicht mit den E-Mails mitgeschickt. Allerdings sollte in jeder E-Mail auch ein Link zu dem eigentlichen Eintrag sein. Ich hoffe das ist in eurem Sinne - machts gut und bis bald! Thomas Friday, November 4. 2005Neues Blog!
Hallo Leute,
meine Faulheit hat diesmal nicht gesiegt. In Zukunft werde ich die vielen Funktionen, die diese neue Blog-Software mit sich bringt, meiner selbstgebastelten Lösung vorziehen, auch wenn diese viel einfacher zu bedienenden war (direkt aus meinem Chatprogramm). Ich werde alle Einträge auch aus dem alten Blog übertragen, so daß nichts verlorengeht. Tolle neue Funktionen sind z.B. daß man sich per E-Mail oder News-Programm benachrichtigen lassen kann, wenn es neue Einträge gibt. Wie genau das geht, muß ich noch rausfinden, aber es kann sich nur um Wochen handeln ;-) Die alte Seite wird weiterhin unter http://www.tschreiner.org/schweden-alt/ erreichbar sein. Saturday, October 1. 2005...Geburtstag!
...Geburtstag feiern wollte! Und das hab ich auch getan. War sehr nett und fast alle sind gekommen. War auch ne gute Gelegenheit, meine erst zwei Tage vorher gekaufte Gitarre richtig auszuprobieren. Hat sich sehr gelohnt, sie klingt klasse obwohl sie recht günstig war. Hm, eigentlich hatte ich vor, hier nur interessante Sachen über Schweden reinzuschreiben. Also weiter mit der nächsten Woche.
Saturday, October 1. 2005Lars und Östgöta
Auf der WG-Party von Lars, wo erstmals richtig viele Schweden waren, hat man gemerkt, daß es nicht so ganz einfach ist, mit denen in Kontakt zu kommen, wenn man nicht selbst auf sie zugeht. Besonders gut geht es allerdings, wenn man ein bißchen schwedisch mit denen spricht, dann tauen die ein bißchen auf...
Anschließend haben wir ne Reggae-Party bei Östgöta Nation ausprobiert, dazu muß man aber nicht so viel sagen, außer daß es sehr voll war. Lange bleiben wollte ich aber eh nicht, weil ich am nächsten Tag meinen... Saturday, October 1. 2005Flogsta-Party, Stockholm und Kulturnatten
Am Freitag darauf war meine erste Flurparty in Flogsta bei Eelko, dem Holländer. Da wir am nächsten morgen sehr früh nach Stockholm fahren wollten, mußte ich wieder mal feststellen, wie unvorteilhaft es ist, in Lilla Sunnersta zu wohnen. Glücklicherweise war Amy, meine Schuhpartnerin vom Tag vorher, auch auf der Party und wohnte nur 2 Häuser weiter, so daß ich auf deren Wohnzimmersofa schlafen konnte. Hoffentlich melden sich die Leute von der Wohnheimverwaltung bald und geben mir ein Zimmer.
In Stockholm war's dafür sehr schön, das Modern Art Museum ist sehr zu empfehlen. Essen ist allerdings im Zentrum extremst teuer. Abends war in Uppsala "Kulturnatten" - die Kulturnacht. In der ganzen Stadt waren Konzerte auf ganz vielen Bühnen, richtig viele Leute waren unterwegs, alle Museen waren geöffnet und alles war kostenlos. War richtig was los in der Stadt. Es waren auch recht viele Polizisten da, die recht viele junge Leute kontrolliert haben und alle, die noch nicht 20 waren, mußten allen Alkohol auskippen den sie dabeihatten. Die anderen Schweden hat das alles nicht interessiert, die waren dieses Schauspiel wohl gewohnt. Saturday, October 1. 2005Noch ein paar News...
Hm, lange nichts geschrieben obwohl viel passiert ist... Ich versuch's mal aufzuholen.
Donnerstags war ein Essen von CAMBIUS, das ist eine Organisation schwedischer Studenten der Naturwissenschaften, die sich um Austauschstudenten kümmern und denen bei Fragen und Problemen zu Verfügung stehen. Es waren ziemlich viele Austauschstudenten ca, ca. 100. Wiir wurden netterweise gezwungen, die Gruppen mit unseren bisherigen Bekannten zu verlassen, indem alle Herren einen Schuh ausziehen mußten und alle Damen sich einen Schuh vom Schuhberg aussuchen mußten und dann am Tisch neben dem Herren sitzen sollten, der normalerweise in dem ausgesuchten Schuh drinsteckt. Sehr wichtig war eine Präsentation, in der man in Form eines Sketches erfuhr, was man hier in Schweden alles tun sollte - und was man besser lassen sollte. Dazu gehörte: - Beim Radfahren immer ein Fahrradlicht dabeihaben, auch bei Tag, sonst wird's teuer. Klingel auch. Autos müssen hier bei Tag immer ihr Licht anhaben. - Alkohol über 3.5% gibts nur im staatlichen Systembolaget und in der Gastronomie. - In Gaststätten darf seit neuestem nicht mehr geraucht werden. Hier rauchen eh nur ganz wenige. Dafür haben einige Leute kleine Säckchen mit Tabak, die man in Plastikdosen kauft und offensichtlich lutscht. - Wenn man irgendwo zu Gast ist, zieht man die Schuhe aus. - Auf Fahrräder ganz besonders aufpassen - die werden hier sehr professionell geklaut und in Stockholm wieder verkauft. Dafür kann man hier auf dem Flohmarkt frisch geklaute Fahrräder aus Stockholm kaufen... Thursday, September 8. 2005Die Uni
Vielleicht an dieser Stelle kurz was über das Uni-System hier: Es gibt 2 Semester pro Jahr, die Semester sind wiederum halbiert und man macht in einer Semesterhälfte für gewöhnlich nur einen einzigen Ganztagskurs (gibt dann 10 SWS) oder zwei kleine (jeweils 5 SWS).
Habe ich eigentlich schon erwähnt, wie schwierig es ist, ein Erasmusjahr anzutreten, wenn der Koordinator seinen Job zum ersten Mal macht und gleichzeitig extremst chaotisch ist? Das allerwichtigste am Anfang ist, eine P-Nummer zu bekommen, ohne die existiert man für die Schweden nicht. Die braucht man hier für *alles*. Ja, wirklich. Man braucht sie um den Account für die Computer zu beantragen, um einer Nation beizutreten - und wenn man das nicht kann dann kommt man auch nicht in die Nation-Pubs rein weil man offiziell kein Student ist; man braucht sie um eine Codekarte für die Uni zu kriegen, man braucht sie sogar um einen kaputten Schirm im H&M umzutauschen. Aber man kann - unglaublich aber wahr - eine Pizza kaufen ohne seine P-Nummer zu sagen. Anyway, nachdem wir die endlich bekommen hatten (mußte erstmal noch beantragt werden, was der Koordinator normalerweise vor der Ankunft macht) konnten wir alles weitere beantragen und das riesige ToDo-Kartenhaus stürzte so langsam ein. Sehr gut. Thursday, September 8. 2005Lilla Sunnersta, die zweite.
Hier in Lilla Sunnersta gibt es ein sehr interessantes System, wenn man seine Wäsche waschen will. Man kriegt zusammen mit den Schlüsseln zum Zimmer einen weiteren kleinen Schlüssel, dessen Bart in einer Plastikmarke steckt. Vor jedem der 3 Waschsäle hängt ein Brett (siehe unten) mit Zeitplan und ganz vielen Löchern, eins für jede Zeiteinheit (3 Stunden). Wenn man den Raum reservieren will, steckt man das Plastikteil in das entsprechende Loch, dreht den Schlüssel rum und zieht ihn raus, dann kriegt keiner mehr das Plastikteil raus außer man selbst mit dem Schlüssel. Wenn man dann dran ist, nimmt man's raus, steckt sein Zeug in die Waschmaschine, schließt den Raum mit seinem Zimmerschlüssel zu und schiebt nen Riegel vor, den man wiederum mit seinem Plastikteil blockiert, damit sonst niemand mehr ans Schloß kommt und die Tür aufschließen kann. Und wer mit seinem Schloß Mist macht, der wird entlarvt - denn es steht auf jedem Schloß die Zimmernummer drauf. Wenn man fertig ist dann steckt man das Plastikteil in die unterste Zeile, den sogenannten "Schloßparkplatz". w00t. Da hat sich jemand Gedanken gemacht.
Thursday, September 8. 2005Noch ein Konzert!
Und wieder das gleiche. Nach einem Konzert in Kalmar's Nation wollte ich wieder mal nicht heimfahren... vielleicht sollte ich mir auf Dauer mal ne Connection in der Innenstadt organisieren, wo ich ne Matratze hab. Ideal wäre so ne Matratze in Rackarberget... Muß mal meine Connections dort fragen ob sie nicht Lust haben, mir zum Freundschaftspreis 2 m² ihres Zimmers zu vermieten. Ich seh den Aushang schon vor mir: "Student repariert Computer gegen Schlafplatz in Rackarberget. Zwei Stunden Aufwand entsprechen einer Nacht. Frühstück bevorzugt."
Der einzige Aushang, den ich bisher gedruckt aber noch nicht aufgehängt hab, handelt jedoch davon, daß ich eine Gitarre suche. Vielleicht meldet sich ja jemand. Irgendwie vermiss ich meine Instrumente schon. Aber wenigstens kann man hier im Zimmer ein paar Sachen dazu bringen, Geräusche zu machen. Die Konzertnacht bei Kalmar's war unglaublich gut, hab sogar wieder eine CD erstanden, außerdem war das Konzert dann doch nicht so kurz wie das der letzten beiden Bands. Ist also wohl doch nicht so, daß in Schweden alle Konzerte nur 30 Minuten gehen. Uff, wieder mal Glück gehabt. Außerdem hab ich eine hundertprozentig sichere Methode gefunden, gaaanz viele Leute an einem Abend kennenzulernen. Ich hab mich mit Regina an so einen hohen Bartisch gesetzt, auf dem eine Riesenschüssel mit Bonbons stand. Im Fünfminutentakt kamen Leute, die ganz verstohlen auf die Riesenschüssel gekuckt haben und viele davon haben dann ganz lieb gefragt, ob sie ein paar kriegen (90% der Frauen) oder einfach mal mit der Hand reingelangt (90% der Männer). Wobei sich keiner überzeugen ließ, was zu bezahlen. Aber man konnte ein bißchen mit den Leuten reden, und das war echt gut, vor allem weil die meisten schwedisch gesprochen haben. Es geht also bergauf. Thursday, September 8. 2005Der Flogsta-Scream.
Hej hej hej. Habt ihr schon vom sagenhafen Flogsta-Scream gehört? Jeden Abend um 10 Uhr gehen in der Studentenhochhaussiedlung Flogsta in Uppsala, mancherorts auch liebevoll Studentenghetto genannt, die Fenster auf. Aus irgendeinem der zig Hochhäuser schreit jemand so laut er kann, aus irgendeinem anderen Haus antworten ein paar andere, von irgendwoher schreits zurück, bis keiner mehr Lust hat. Dieses tolle Erlebnis konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, zumal bei Katha in Flogsta jemand auf dem Dach mit 40 Leuten seinen Geburtstag feierte und den lautesten Flogsta-Scream aller Zeiten veranstalten wollte. Mein subjektives Empfinden ist - es ist ihm gelungen, auch wenn ich zuvor noch keinen anderen gehört habe.
Und wieder mal zeigt sich, daß Lilla Sunnersta nicht sehr zentral liegt, man versucht sich so lange wie möglich vor der Heimfahrt zu drücken. Erst nach einem ausgedehnten gemütlichen Ausklingen des Abends bei Kerstin in Rackarberget (eine sehr zentrale Wohnsiedlung, da wollen alle wohnen) konnte ich mich endlich dazu aufraffen, heimzufahren... meine Bewerbung für Rackarberget ist schon abgeschickt, vielleicht wird's ja was. Tuesday, September 6. 2005Konzert!
Am darauffolgenden Tag war wieder mal weggehen angesagt - es sollte ein Livekonzert mit 2 Bands bei der V-Dala Nation geben. Hier bestätigte sich, was vorher schon jemand erwähnt hatte, die Konzerte waren unglaublich kurz. Es ging erst um 11 los, jede Band spielte ca. 30 Minuten, dann war noch anderthalb Stunden Konservenmusik und um 2 war's aus.
Zudem mußte ich auf dem Hinweg erschrocken auf der halben Strecke zwischen Lilla Sunnersta und der Innenstadt feststellen, daß sich in meinem Vorderreifen absolut keine Luft mehr befand. Notdürftig versuchte ich dennoch, mich und das Fahrrad zum Treffpunkt für das Konzert zu bringen, was stellenweise nicht ganz einfach war. Schnell wurde mir klar, daß an den Heimweg so nicht zu denken war. Glücklicherweise hab ich von Anna, die wie Peter in Kantorsgatan wohnt, für die Nacht ein Dach über dem Kopf bekommen und konnte am nächsten Tag dort das Rad aufpumpen und kucken ob die Luft drinblieb - tat sie natürlich nicht. Sonntags ist das natürlich eine mittelschwere Katastrophe. Und Uppsala ohne Fahrrad ist einfach unmöglich. Also ging's am Montag gleich nach der Uni ab in's Fahrradgeschäft - das leider schon geschlossen hatte. Mist. Glücklicherweise gibts hier ein Elektro-Haushaltswaren-Audio-Computer-Wir-Haben-Alles-Geschäft, wo ich auch Fahrradflickzeug fand. Mit diesem konnte ich dann, nachdem ich mir einen Tag später den dazugehörigen Kleber gekauft hatte, zum ersten Mal in meinem Leben einen platten Reifen reparieren. Glücklicherweise konnte ich 2 Leute im Fahrradkeller und den Verkäufer im Fahrradladen fragen wie's geht. Die Schnittmenge aller Anleitungen, einmal durch den Plausibilitätsfilter gejagt, gab dann ein ganz gutes Ergebnis. Zumindest bleibt die Luft jetzt drin und ich bin wieder mobil. Uff. Tuesday, September 6. 2005Die Einweihungsparty...
...der neuen Wohnung durfte natürlich nicht fehlen. Leider lernt man die Mitbewohner nur beim Verlassen oder Betreten des Hauses kennen, und da noch nicht wirklich viele hier wohnen hielt sich das bisher in Grenzen. Glücklicherweise hab ich jedoch in der Einführungswoche ein paar Leute kennengelernt, so daß wir doch noch ca. 15 Leute waren. Als Problem von Lilla Sunnersta stellt sich schnell heraus, daß alle Leute ziemlich weit mit dem Fahrrad rausfahren müssen um erstmal hinzukommen, von Kantorsgatan (einem anderen Wohnheim das relativ zentral ist) ist man schon gut 45 Minuten mit dem Rad unterwegs. Aber nett war's trotzdem.
Tuesday, September 6. 2005Lilla Sunnersta
Dann der spannende Tag - 1.9., Umzug nach Lilla Sunnersta. Regina, die Drückebergerin, hat sich natürlich am Tag vorher abgeseilt, indem sie ne andere Wohnung gefunden hat. Also hieß es alleine nach Lilla Sunnersta ziehen. Morgens erstmal Schlüssel abholen, noch schnell an die Uni zum Kurs, in der Mittagspause zur JuHe zum von der Uni bestellten Taxi, schnell nach Lilla Sunnersta, nur kurz das Gepäck ins neue Zimmer werfen... WOW! Ist das mein Zimmer? Egal, keine Zeit, mein Schlüssel hat gepasst, wird schon das richtige sein, erstmal zurück zum Taxi und ab zur Uni zur Nachmittagsvorlesung, dann zur JuHe das Rad holen und ab gehts, das neue Zuhause begutachten. Huiii, der Weg nach Lilla Sunnersta hat sich aber im Taxi nicht so gezogen wie mit dem Rad und 3 großen Tüten Gepäck... Mann, eine schnurgerade Straße durch die Landschaft, direkt von der Uni bis zu meinem Haus, ca. 5 km, ganz leicht hügelig. Das kann ja lustig werden. So, jetzt aber erstmal Zimmer begutachten. Was gibts denn da so... Alles riecht so neu. Oh, eine schicke Schreibtischlampe. Oh, sogar Bettdecke, 2 Kissen und Bezüge! Mikrowelle. Ein Wasserkocher, ein Wasserkessel (warum auch immer), eine Thermoskanne, eine Schublade voller Küchenzeugs wie z. B. extremst scharfe Edelstahlmesser, Käsehobel und so weiter. Ein Küchenschrank mit richtig viel Zeugs drin, 4 Teller, 8 Tassen, 4 Gläser, ne Schüssel, Platte, Schüsselchen, sogar ein Kaffeefilter... wow. Alles für mich! Ganz alleine! Naja, jetzt versteh ich wie die Miete sich berechnet. Und neben dem Schreibtisch noch ein Tisch und 2 weitere Stühle, ein Stuhlsessel und 2 geschmackvolle Bilder an der Wand. Huch!! Die Bauarbeiter haben einen Fernseher in der Ecke stehenlassen! Erst langsam werde ich mit dem Gedanken vertraut, daß sie ihn für mich stehengelassen haben. Nette Bauarbeiter, danke!
Ich verzichte auf das weitere Erwähnen von Kleinigkeiten in der Größenordnung Kühlschrank / Gefrierschrank. Das Erraten der restlichen Einrichtung bleibt dem Leser als Übungsaufgabe überlassen. Oh Nein, das Internet geht noch nicht! Naja, dann räume ich halt das Zimmer ein... Es ist erst 18 Uhr, was mach ich denn jetzt den ganzen restlichen Abend ohne Internet? Erst langsam merke ich, daß man sich mit einem neuen Zimmer viel länger beschäftigen kann als man glaubt. Vor allem, wenn man nicht durch das Internet abgelenkt ist, bzw. durch die Leute, die einen anchatten und hören wollen, wie's einem geht :) Um 24 Uhr merke ich, daß das Internet doch geht. (nicht-PC-interessierte Leser bitte im nächsten Abschnitt weiterlesen!) Hier gibts allerdings ein etwas schräges System, was Internetzugang aus den Wohnheimen angeht. Schräg im Sinne von - ich hab's noch nie gesehen. IP und DNS gibts per DHCP. Der erste HTTP GET request wird mit 301 auf netlogon.student.uu.se beantwortet, wo man sich dann über ein Web-Interface an nem (RADIUS?)-Server anmelden muß. Anschließend wird man permanent vom Logon-Server gepingt und wenn der Ping nicht erfolgreich ist wird man wieder rausgeworfen. Scheint ein großes Problem für alle Ersties mit ZoneAlarm zu sein, der per default kein ICMP Echo zuläßt. Man kann sich scheinbar hier als Fachmann sehr viel Essen verdienen :) Spaghetti waren lecker (danke Nadja!) :) Tuesday, September 6. 2005Ein Fahrrad...
...braucht man hier definitiv. Bus kostet 20 SK (2,20 E) pro Einzelfahrt, alles ist flach. Jeder fährt Rad. Kinder, Arbeiter, Studenten, Profs. Glücklicherweise hab ich nach Christians Jahr hier in Uppsala sein Rad käuflich erwerben können. Unglücklickerweise jedoch irgendwo in Deutschland den Schlüssel vergessen / verloren, so daß das Rad in Uppsala irgendwo verschlossen rumstand. Na toll, wieder 60 E in den Sand gesetzt. Gefunden hatte ich das Rad schnell - und glücklicherweise war das Schloß doch nicht so dolle wie ich anfangs dachte, nach ner Viertelstunde hatte ich mein Fahrrad zurückgeklaut. Juhuuuu, mein Fahrrad! Endlich!!
Tuesday, September 6. 2005Protein Engineering
(Anmerkung: Das schwedische å ist kein a, kein ä und erst recht kein öeöeööööe, sondern ein ganz normales deutsches O wie in Kohlenkeller oder Rosengarten.)
Aber erstmal geht die Uni los. Erster Kurstag, Protein Engineering, alles klappt wunderbar. Der Kursleiter erzählt uns was wir so machen. Alles unglaublich interessant, der Typ ist Consultant für einige Biotech-Firmen und kriegt von denen immer aktuelle Probleme, die noch nie jemand gelöst hat. Diese gibt er dann an seine Studenten weiter, und bisher hat's wirklich noch fast jedes Jahr eine Gruppe aus dem Protein Engineering Kurs geschafft, das jeweils aktuelle Problem zu lösen. Sehr motivierend ist, daß man überhaupt nicht weiß, ob man es überhaupt lösen können wird - aber man wird nicht am Erfolg gemessen, sondern an den Anstrengungen und am Lernerfolg. Das Kursklima ist unglaublich locker und motivierend - "Wenn ihr mal zu nem Unternehmen in Stockholm fahren wollt, sagt bescheid, dann telefonier ich mit ein paar Leuten, dann machen wir das. Und wenn ihr mal mit dem Kurs in die Oper wollt, dann machen wir das auch. Ich organisier uns nen Bus." Einfach klasse. Und jeden Morgen gibts Kaffee und Kekse. Was will man mehr. Monday, September 5. 2005Leute kennenlernen
In diesem Stil gings die ganze Woche weiter, nachmittags Fika bei ner Nation, abends Pub Night bei ner anderen Nation. Da alles für international students organisiert war, traf man natürlich größtenteils nur auf solche.
Der bisher ergiebigste Tag, was Bekanntschaften angeht, war der Donnerstag, an dem Tag war ne Pub Crawl organisiert. Jeder mußte eine Nummer von 1-13 ziehen und mußte mit allen mit der gleichen Nummer auf Tour gehen. Es gab somit auch 13 Führer, die ihre Gruppe durch die Pubs von allen Nations scheuchten. Da es so viele Nations waren, wurden wir angehalten, maximal 20 Minuten für unser Getränk zu benötigen... Gerade durch das Mischen der Leute lernt man sehr viele neue Austauschis kennen, was in diesem Fall zwei Finninen, ein Holländer, ein Däne und zwei Deutsche waren. Mit fast allen davon gehn wir noch heute öfters auf Tour. Freitags abends gabs Buffet bei Värmlands Nation. Essen war lecker, flüchtige Kontakte wurden gefestigt, eine Mailinglist wurde geplant und später angelegt, man lernte schwedische gesellige Trinklieder. Eins geht so: Helan gåååååår, sjung hopp fadde-rallan-rallan-lej, helan gåååååååår, sjung hopp fadde-rallan-lej! Och den som inte helan tar, han heller inte halvan får! HEEEEELAN GÅÅÅÅÅÅR! Sjung hopp-fadde-rallan-LEJ! (Übersetzungen gibts auf Anfrage) Regina und ich werden immer aufgeregter, weil wir rausgefunden haben, wo wir ab 1.9. wohnen werden - in einer neu angelegten Studentensiedlung 7 km von der Stadt weg, mit riesigen Zimmern und riesigen Mieten. Wir konnten vorher scheinbar nicht einziehen, weil die Häuser schlichtweg noch nicht fertig waren. Naja, wir waren gespannt, mal kucken wie's wird, sich für was anderes bewerben kann man immer noch. In unser Viererzimmer in der Jugendherberge ist mittlerweile ein sehr netter Franzose eingezogen, wir sind jetzt zu dritt. Ist alles extrem eng, wir fiebern dem großen Umzugsdonnerstag entgegen... Monday, September 5. 2005Nations
Dienstags drauf, 23.8., zog jemand neues ins Jugendherbergszimmer neben uns ein - ein total lustiger Biostudent aus dem Libanon, der sich gleich mal zu uns gesellte und zum Fika bei der Västgöta Nation mitging.
An dieser Stelle vielleicht kurz was zu den Nations: In Schweden gibts an jeder Uni für jeden Teil des Landes eine "Nation", insgesamt 13, von Stockholm's über Upplands, Västgöta, Östgöta ... bis zu Norrlands. Das ist eine Studentenorganisation, in Deutschland wohl am ehesten mit einer Verbindung zu vergleichen, allerdings nicht wirklich politisch. Außerdem muß hier jeder Student einer Nation beitreten, was die ganze Sache etwas heterogener macht. Wenn ich das richtig mitbekommen habe treten die meisten Schweden der Nation aus ihrer Heimat bei. Die Nations haben fast alle tolle Häuser im Zentrum, außerdem sind sie die einzige Möglichkeit, abends billig wegzugehen. Die meisten haben ne Bar + Gastronomie, alles von Studenten betrieben. Da gibts dann Bier für 25 Kronen (ca. 2,80 E) und Nachos mit Käse oder Burger oder Pommes oder so, auch viel Vegetarisches. Zurück zum Fika bei der Västgöta Nation: Hier passierte sonst nix besonderes. Monday, September 5. 2005Einführungsveranstaltungen
OK, die Einführungsveranstaltungen für internationale Studenten.
Bei genialstem Wetter (25 °C und Sonnenschein) hatten wir unsere erste Stadtführung, auf englisch. Die Hälfte unserer Truppe waren entweder Deutsche oder Juristen, viele davon beides... Naja, wird vielleicht noch besser. Wurde es leider nicht, zumindest nicht am gleichen Tag - irgendwie scheint man als Deutscher irgendeine Art von Nationalmagnetismus auszustrahlen, so daß sowohl nachmittags beim Fika (Kaffee) als auch abends bei der Pub Night zu 90% Deutsche an meinem Tisch saßen. Fika ist eine Art Kaffeetrinken, bei der es nur ungesunde, klebrige Teilchen gibt und Kugeln aus 80% Butter, 19% Zucker, 1% Kakaopulver, und dann noch mindestens 25% grobkörniger Zucker außenrum. Mindestens. Wenn nicht 30. Anyway. Abends war dann Pub Night bei Smålands, wieder nur Deutsche am Tisch. Frustration beginnt sich einzustellen. Der Typ hinter der Theke sagt den Preis auf englisch. Dafür ist der Cider lecker. By the way - hier gibts soooo leckeren Päroncider (Birnencider). Thursday, September 1. 2005Am folgenden Montag gingen die Einführungsveranstaltungen los. Aber jetzt geh ich erstmal ins Bett, bin so müde, und muß morgen umziehen, mehr später...
Am folgenden Montag gingen die Einführungsveranstaltungen los. Aber jetzt geh ich erstmal ins Bett, bin so müde, und muß morgen umziehen, mehr später...
Thursday, September 1. 2005
Das Jugendherbergszimmer und erste ... Posted by Thomas Schreiner
at
02:02
Comments (0) Trackbacks (0) Das Jugendherbergszimmer und erste Spaziergänge
In unserem Jugendherbergszimmer: Notebook anschalten - "Es konnte keines Ihrer bekannten drahtlosen Netzwerke gefunden werden. Möchten Sie sich mit dem offenen drahtlosen Netzwerk 'uvsurf' verbinden?" Hmm, warum nicht, -klick- "ok, Sie sind jetzt online." Oh! Das ging aber schnell. Danke, an wen auch immer.
Nachdem die ersten Tage ganz im Zeichen der Umgebungserkundung standen und wir (Regina und ich) jeden Tag mindestens 5-10 km in alle Himmelsrichtungen gelaufen waren... ...war am Samstag erstmal weggehen angesagt. Ich hab gleich mal dem mir zugeordneten "Buddy", der Schwedin Anna-Lotta, eine schwedische SMS formuliert (dauerte ca. 10 Minuten) und gefragt, was man Samstags machen kann. Statt einer Antwort klingelte mein Telefon, und wieder mal war ich völlig überfordert, weil wir versucht haben, uns irgendwo zu verabreden, aber sie nicht wirklich langsam gesprochen hat und ich zudem unglaublich aufgeregt war wegen meinem ersten schwedischen Telefonat. Den konkreten Teil (wann und wo) haben wir dann auch auf englisch gemacht :) Wir waren auf einer Party für schwedische Ersties, was unglaublich komisch war, weil die alle ganz lustige Punkfrisuren hatten und selbstbemalte und beschriebene Kleider und Schilder um den Hals, und die Ersties hatten ganz viele Tänze zu Charts-Liedern eingeübt und haben die dann total motiviert aufgeführt. War echt lustig, und das Bier war sehr billig :) Mikrowellen im Ångström Laboratoriet Thursday, September 1. 2005Erster Eindruck eines Supermarkts
Erster Eindruck eines Supermarkts: leckere Sachen gibts da! Nur leider gibts kein Shampoo für Herren, dafür 2 Regale voller Knäckebrot. Vielleicht sollte man seine Prioritäten hier anders setzen. Oder einfach Frauenshampoo benutzen.
Es gibt sogar Haferfraß! Außerdem gibt's Kryddost (Gewürzkäse, Käse mit Kümmel und Nelken). Sehr fein. Thursday, September 1. 2005Der Weg zur Jugendherberge
In Uppsala angekommen hieß es erstmal Regina kontaktieren und sich in der Jugendherberge, die für die nächsten 2 Wochen unser Domizil sein sollte, treffen. Vielleicht sollte man besser auf Wegbeschreibungen achten, damit man nicht 15 Minuten in die falsche Richtung läuft (nicht angenehm mit 25 kg Gepäck + dicke Jacke wenn's warm ist, und das war es...) Der Schwede, den ich auf perfektestem Schwedisch nach dem Weg gefragt habe, hat natürlich auf deutsch geantwortet. Irgendwas mach ich noch falsch.
Thursday, September 1. 2005Die Fahrt nach Uppsala, Teil 2.
Weiter im Text. Nachdem ich im Bus nach Stockholm überaus motiviert 10 Minuten an der besten Formulierung geknabbert hatte, wie ich auf schwedisch meine Sitznachbarin am besten frage, wie lange dieser Bus nach Stockholm fährt, und ich endlich diesen Satz rausgebracht hatte, stellte sich heraus, daß die gute leider kein schwedisch sprach. Na toll.
Wenigstens gab's die Zugtickets von Stockholm nach Uppsala sehr unproblematisch mit Kreditkarte und am Bahnhof konnte man sogar ein bißchen schwedisch sprechen, indem man Leute nach dem Gleis gefragt hat. Auch im Zug war's erschreckend einfach, mit der Dame gegenüber zu smalltalken, auch wenn sie manchmal noch verzweifelte Versuche gestartet hat, ins englische auszuweichen. Beharrlichkeit hilft aber wenn man schwedisch lernen und reden will, zur Not sagt man halt man kann kein englisch... Thursday, September 1. 2005Die Fahrt nach Uppsala
Nach einem unproblematischen Flug und einem mit Bravour bestandenen Versuch, einen Geldautomaten zu bedienen um an den Gegenwert von 200 Euro in der Landeswährung zu kommen, tauchte schon gleich das erste Problem auf: Wie bekomme ich meine Bustickets nach Stockholm, um von dort an mit dem Zug nach Uppsala zu fahren? Aha, ein Fahrkartenautomat für Busfahrkarten. Wunderbar. Bedienkomfort: gut, Bezahlung: ah, er scheint mein Bargeld zu nehmen. Mit der Frage "an's Rote Kreuz spenden oder Gutschein?" war ich allerdings erstmal überfordert. Erst 30 Sekunden nachdem ich verwirrt auf "Gutschein" gedrückt hatte und als Antwort darauf ein kleines Zettelchen erhalten hatte, wurde mir klar, daß ich um ein Haar mein Restgeld (knapp 40 Euro) dem Roten Kreuz gespendet hätte. Naja, so schnell kann's gehen. Genial, so einen Automaten an einem Flughafen mit so vielen Touristen aufzustellen :)
Thursday, September 1. 2005Erster Eintrag. Välkommen.
Hej och välkommen,
nach zwei Wochen Eingewöhnungszeit bin ich mittlerweile bereit, meine ersten Eindrücke in Worte zu fassen. Es werden größtenteils kurze Worte sein, da ich niemanden langweilen will, aber ich hoffe es reicht, um sich ein ungefähres Bild zu machen von dem, was hier los ist. Auf geht's. :) |
Nicht nur Menschen haben hier rote Häuser... :-)![]() Calendar
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